Wer Fluchtwege versperrt, nimmt Tote in Kauf

Es gibt so gut wie keine legalen Fluchtwege nach Europa. Somit bleibt für die meisten Geflüchteten nur der lange, beschwerliche und vor allem lebensgefährliche Weg über das Mittelmeer. Zur Weiterreise sind viele auf die Hilfe von Schlepper*innen und Schleuser*innen angewiesen. Im Jahr 2017 verzeichnet die Internationale Organisation für Migration (IOM) 3.139 Menschen, die auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertranken (1). Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Die meisten Geflüchteten ertranken in viel zu kleinen, überfüllten und heruntergekommenen Booten. Dabei wird die Hauptroute im zentralen Mittelmeer immer gefährlicher durch die Kooperation Europas mit der „libyschen Küstenwache“ und durch die zunehmende Behinderung von zivilen Seenotrettungsorganisationen. Derzeit sterben 6 von 100 Menschen bei dem Versuch, übers zentrale Mittelmeer nach Europa zu kommen. Seit dem Jahr 2000 sind insgesamt mehr als 35.000 Menschen an den europäischen Außengrenzen ums Leben gekommen. (2)

 

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Quellen:

(1) Migazin: Zahl toter Flüchtlinge deutlich höher als offiziell registriert

(2) Pro Asyl: Die hingenommenen Toten: Jedes Jahr sterben Tausende auf der Flucht

Foto: Noborder Network. Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.