Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung von Asylbewerber*innen beschränkt sich auf die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie Schutzimpfungen und die Betreuung von Schwangeren. Zudem besitzen Asylbewerber*innen in Bayern keine Krankenversicherungskarte, sondern müssen pro Quartal und pro Arzt oder Ärztin einen Krankenbehandlungsschein vom zuständigen Sozialamt holen. Welche Erkrankungen als akut gelten und behandelt werden müssen, wird somit häufig nicht von medizinischem Fachpersonal, sondern von Mitarbeiter*innen des Sozialamts entschieden. In anderen Bundesländern erhalten Asylsuchende nach 15 Monaten ununterbrochenen Aufenthalts in Deutschland eine Gesundheitskarte einer Krankenkasse ihrer Wahl, über die sie medizinische Leistungen im gleichen Umfang wie gesetzlich Krankenversicherte beanspruchen können. Für einen Facharztbesuch brauchen Geflüchtete eine Überweisung eines Allgemeinarztes, müssen diesen jedoch zuerst dem Sozialamt vorlegen, das prüft, ob es die Kosten übernimmt. Oftmals wurde bereits in größeren Flüchtlingslagern oder in den Abschiebelagern verweigert, dass die Bewohner*innen in akuten Fällen einen Notarzt rufen können, mit teils gravierenden Folgen. (1)

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Quellen:

(1) Pro Asyl: Das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)